Gäste

Filmschaffende und ExpertInnen zu Gast bei den 2. Jüdischen Filmtagen Fürth.

Auch 2016 können wir Filmschaffende sowie Expertinnen und Experten als Gäste bei den 2. Jüdischen Filmtagen begrüssen.

 

Donnerstag, 25. Februar, 19:30 Uhr
Eröffnungsfilm RED LEAVES – Begrüßung durch Natalie de Ligt (Kunsthistorikerin)

deLigtNatalie de Ligt studierte Kunstgeschichte und Kunstpädagogik und war von 1990 bis 2002 Mitarbeiterin am Frankfurter Museum für Moderne Kunst. Zugleich betrieb sie in Frankfurt den „Ausstellungsraum de Ligt“, in dem zeitgenössische Künstler ihre Werke ausstellten. In Nürnberg war sie 2003 Direktorin des Kunstvereins Nürnberg/Albrecht-Dürer-Gesellschaft, wo sie sich mit zeitgenössischen Positionen sowohl regionaler als auch internationaler Art befasste. 2004 organisierte sie gemeinsam mit Jean-Christophe Amman die 9. Triennale Kleinplastik Fellbach mit 72 nationalen und internationalen Künstlern. 2007 bis 2012 war Natalie de Ligt künstlerische Leiterin der Kunsthalle Mainz. Sie lebt heute als freie Kuratorin und Autorin in Fürth.

 

 

Freitag, 26. Februar, 19:15 Uhr
Einführung & Filmgespräch zu SON OF SAUL

SON OF SAUL wird gerühmt, einen neues Kapitel in der Darstellung der Schoa aufgeschlagen zu haben.
Kramer_PhotoProf. Dr. Sven Kramer, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literarische Kulturen an der Fakultät Kulturwissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg, geht in seiner kurzen Einführung auf die historischen Funktionen des Sonderkommandos ein. Nach dem Film fasst er wesentliche Merkmale des Films zusammen und vergleicht diese mit verschiedenen Diskussionen um die Darstellbarkeit der Schoa und den Umgang mit historischen Bildern. Er zieht damit Bezüge zu Claude Lanzmanns Filmdokumentation „Shoah“, zur Kritik des Kunsthistorikers Georges Did-Hubermann über die Nutzung von historischen Bilddokumenten des Sonderkommandos sowie zu Primo Levis Thesen über die Grauzone der Geretteten und das Verhältnis der Schoa-Opfer zueinander.

Dr. Sven Kramer studierte, promovierte und habilitierte sich an der Universität Hamburg.
Nach vorübergehenden Tätigkeiten für Verlage, Tageszeitungen und Hörfunk war er 2002 bis 2005 Visiting Associate Professor an der University of Toronto sowie Repräsentant des DAAD für Kanada. Im Herbst 2005 wurde er zum Senior Lecturer an der University of Melbourne. Gastprofessuren übernahm er University of Western Australia, an der Brown University und an der Washington University in St. Louis.
Derzeit ist er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geschichtswissenschaft und Literarische Kulturen, Sprecher des Promotionskollegs Philosophie, Literatur und Geschichte, Mitglied der Senatskommission Internationalisierung sowie der Promotions- und der Habilitationskommission der Fakultät Kulturwissenschaften. Außerdem ist er Geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für kritische Theorie, Juror und Mitveranstalter der LiteraTour Nord, Vorsitzender des Stiftungsrats der Nicolas Born-Stiftung und Mitherausgeber der Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik.

 

Samstag, 27. Februar, 16:30 Uhr
WHERE TO, ISRAEL? – Regisseur Camille Clavel ist anwesend

clavelNach Abschluss seines seinem Literaturstudium 1994 wirkte Camille Clavel als Schauspieler und Regieassistent an einer Reihe von Spiel- und Fernsehfilmen mit. In „Ich habe dich nicht um eine Liebesgeschichte gebeten“ von Jacques Doillon spielte er den Studenten François. Seinen ersten Kurzfilm „La roue“ drehte er 2000 nach einem Roman von Abe Kobo. Kurz darauf folgte „Sergio“, der auf dem Internationalen Kurzfilmfestival von Clermont- Ferrand im Februar 2004 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Es folgten „Jacques Prévert, paroles d’un insoumis“im Jahr 2008 und schließlich „Where To, Israel?“ 2012.

 

Samstag, 28. Februar, 19:30 Uhr
Einführung und Filmgespräch zu OUR CHILDREN (UNZERE KINDER)

s200_tamar.lewinskyDr. phil. Tamar Lewinsky studierte Jüdische Studien, Jiddistik und Linguistik an den Universitäten Zürich, Duisburg, Düsseldorf und Jerusalem und promovierte 2007 mit dem Thema „Displaced Poets. Jiddische Schriftsteller im Nachkriegsdeutschland 1945-1951“.
Sie erhielt u.a. ein Stipendium der Memorial Foundation for Jewish Culture und war 2006 Gastwissenschaftlerin am Skirball Department for Hebrew and Judaic Studies, New York University. 2007 war sie Projektkoordinatorin des Buches „Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945“. Heute lehrt sie an der Universität München.
Sonntag, 29. Februar, 18:30 Uhr
Podiumsdiskussion im Anschluß an den Film MANPOWER

Chaverim-Igal-Avidan-26[1]Igal Avidan, geboren 1962 in Tel Aviv, studierte Englische Literatur und Informatik in Ramat Gan sowie Politikwissenschaft in Berlin. Heute lebt er in Berlin und arbeitet seit vielen Jahren als freier Journalist und Deutschlandkorrespondent für verschiedene israelische Zeitungen, Hörfunksender und Nachrichtenagenturen. Außerdem ist er freier Autor und Kolumnist zum Thema Nahost, u.a. für die Süddeutsche Zeitung, die NZZ, Cicero, die Frankfurter Rundschau, die Berliner Zeitung, den Tagesspiegel, die Welt und das Handelsblatt. Für verschiedene deutsche Organisationen wie die Bundeszentrale für Politische Bildung, die Deutsch-Israelische- und Christlich-Jüdische-Gesellschaft sowie für mehrere Stiftungen hält er Vorträge über Israel und den Friedensprozess im Nahen Osten.

fittosize__260_214_374612a0ebaed956f8bb11751a11fc6a_ben_gurion-1v1Johannes Becke studierte Politische Wissenschaft in Heidelberg und in Kairo. 2014 Promotion am Fachbereich Politik und Sozialwissenschaften an der Freien Universtität Berlin zum Thema Irredentism after Empire. The Postolonial State Expansions of Syria, Morocco, and Israel. 2013-2015 Israel Institute Postdoctoral Fellow, School of Interdisciplinary Area Studies, University of Oxford. Seit 2015 Juniorprofessor für Israel- und Nahoststudien an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Seine Forschungsinteressen sind: Vergleichende Perspektiven auf jüdischen Nationalismus und israelische Staatlichkeit, Geschichte der deutschen Israelstudien, Geschichte der Israelstudien in der arabischen Welt

Josh Weiner sammelte Erfahrungen in Israel mit Flüchtlingen aus Eritrea, Sudan und Asien. Manche waren Opfer von Menschenhandel oder erlebten Misshandlungen als Fremdarbeiter. Heute lebt Josh Weiner in Berlin, wo er sich für die Flüchtlingshilfe engagiert.

Daniel-Mahla-300x200Dr. Daniel Mahla erhielt 2006 seinen Magister in Geschichte, Politikwissenschaften und jüdischen Studien an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin. Einige Semester verbrachte er auch an der Hebräischen Universität Jerusalem (2003-2005) und an der Katholischen Universität Lublin (2006). 2007 arbeitete er als freier Mitarbeiter an der Friedrich-Ebert-Stiftung Herzliya in Israel. In den Folgejahren war er in New York Lehrassistent an der Columbia University und wissenschaftliche Hilfskraft bei einem internationalem Projekt zu Übergangsjustiz und Geschichtskommissionen. 2014 promovierte er an der Columbia University und war anschließend bis 2015 Postdoc Fellow des Israel Institute, Washington, D.C. und forschte und lehrte zudem am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.